Australien
In Australien wohnen 18,5 Mio Menschen, das sind 2,3 Einwohner per km². Im Gegensatz dazu wohnen in Europa 489,2 Mio Menschen, also leben auf einem km² 132,6 Menschen.
Das Land ist also kaum bewohnt. Aufgrund der großen Hitze und des daraus folgenden Wassermangels sind große Teile Australiens jedoch nur schwer oder gar nicht zu besiedeln.
Für Ihre Entscheidung sollte nicht nur das Klima eine Rolle spielen. Je nach Ihrer Urlaubsdauer und Ihrem Urlaubsziel ist es auch wichtig Faktoren wie die Distanzen, die Schulferien und last but not least Ihre speziellen Reiseinteressen zu berücksichtigen.
Hier ein paar Reiseimpressionen!
Great Barrier Reef
Das Great Barrier Reef ist 2000 km lang. Es ist nicht nur das größte Korallenriff der Welt, sondern auch die größte aus Lebewesen bestehende Struktur. Der Großteil des Riffes ist um die 2 Mio. Jahre alt, obwohl es auch Sektionen gibt, die bis zu 18 Mio. Jahren alt sind. Bohrungen haben ergeben, dass das Riff über 500 m tief sein kann. Neben der chinesischen Mauer ist das Great Barrier Reef das einzige Objekt, welches man vom Mond aus erkennen kann. Das Great Barrier Reef erstreckt sich entlang der östlichen Küste des Bundesstaates Queensland.
Eigentlich besteht das Great Barrier Reef aus 2.600 einzelnen Korallenriffen. Es gibt über 400 verschiedene Korallenarten, die zusammen das Great Barrier Reef formen. Andere Bewohner des Great Barrier Reefs sind 1500 Fischspezien, 4000 Mollusken (Schnecken u.ä.), 350 Arten Echinoderme (Seegurken, Seesterne, ...) und unzählige Würmer, Schwämme und Krustentiere.
Obwohl es auch einige gefährliche Haie gibt, ist ein Tauchgang im Great Barrier Reef ein unvergeßliches Erlebnis. Die Farben- und Formenvielfalt, die vielen Spielarten der Natur, ist einfach unbeschreiblich. Im Sydney Aquarium ist ein Korallenriff nachgebaut worden, welches einen kleinen Eindruck des großen Riffs vermittelt.
Leider sind viele Korallenriffs des Great Barrier Reefs bedroht.
National Parks
Australien hat über 500 National Parks - Gebiete geschützter Wildnis mit Bedeutung für Umwelt oder Natur. Regenwälder, weite Flächen im Outback, Küstendünen und Berge können National Parks sein.
Die meisten National Parks können besucht werden. In vielen sind Walking Tracks (Wege), Informationszentren und Campingplätze angelegt worden, dennoch soll sich der Besucher an bestimmte Regeln halten, keine Tiere mitbringen oder die Wege nicht verlassen.
Manchmal sind die National Parks auch so entlegen und unzugänglich, dass man sie nur mit dem Auto befahren kann.
In den National Parks kann man seltene Tiere und Pflanzen beobachten. Ich habe den Royal National Park südlich von Sydney besucht, und er ist von berauschender Schönheit. Der berühmte 30 km lange Walking Track geht an der Steilküste entlang. Ich habe einen Leguan, Magpies, viele Vögel und Eidechsen und ein Wallabie (eine kleine Känguruh Art, siehe Foto auf dem Cover) gesehen. Leider ist der Royal National Park während der Buschfeuer fast vollständig abgebrannt.
Neben den National Parks gibt es private Wildlife Parks, in denen man Känguruhs, Koalas, Wombats und Emus aus der Nähe betrachten und z.T. sogar streicheln kann.
Geographie und Klima
Australien ist mit einer Fläche von fast 7,7 Mio km² das sechstgrößte Land der Welt. Die die Ost-West-Ausdehnung beträgt ca. 4000 km, und die Nord-Süd-Ausdehnung ca. 3200 km². Die Küste ist 36.735 km lang.
Perth ist die abgelegenste Großstadt der Welt. Perth liegt näher an dem asiatischen Kontinent als an der Hauptstadt Sydney.
Aus plattentektonischer Sicht ist Australien eine der stabilsten Landmassen der Erde. Es gibt nur wenig seismologische Aktivitäten in den östlichen und westlichen Hochregionen. Seit 100 Millionen Jahren gab es auf Australien keine Bewegung mehr, die überall sonst auf der Welt Hochgebirgsketten entstehen ließ.
An der Ostküste gibt es einen fruchtbaren Streifen, der dann von einem Gebirge namens Great Dividing Range abgeteilt wird. Das Great Diving Range umfaßt mehr oder weniger die ganze australische Ostküste. Als Gebirge ist es auch eine Regenscheide - d.h., hinter dem Great Dividing Range regnet es kaum noch, da die Wolken am Gebirge hängenbleiben.
Allein in einem Gebiet entlang der Grenze von New South Wales zu Victoria und in Tasmanien sind die Berge hoch genug, um im Winter Schnee zu tragen.
Gen Westen wird das Land immer trockener und flacher. Diese endlose Weite wird nur unterbrochen von vereinzelten Salzseen, einzelnen Felsformationen wie Uluru (Ayers Rock) oder den Olgas. Das Australische Outback besteht hauptsächlich aus einer rauhen, lebensfeindlichen Wüste.
Der äußerste Norden Australiens liegt in der tropischen Klimazone und im Monsunstreifen. Die Luftfeuchtigkeit im Sommer ist extrem hoch, und es regnet täglich.
Der Westen Australiens besteht eigentlich aus einem einzigen flachen Plateau.
Die Jahreszeiten in Australien sind den der nördlichen Halbkugel entgegengesetzt. Der Sommer geht von Dezember bis Februar. Im Sommer wird es in den Wüstengebieten leicht 40 bis 45 Grad im Schatten, und im Winter fällt das Thermometer außer in den Schneegebieten, im Capital Territory und in Tasmanien selten unter 5 Grad Celsius.
Die Wüstengebiete sind arid, d.h. am Tage ist es warm und trocken am Tage, und bitterkalt in der Nacht.
Aboriginis
Während meines Aufenthaltes in Australien habe ich kaum Aboriginies gesehen. Natürlich liegt das zum Teil daran, dass ich mich fast ausschließlich in Städten aufgehalten habe.
Wenn ich allerdings mal einen Aboriginie gesehen habe, dann entweder an touristisch attraktiven Plätzen, zum Beispiel an der Sydney Harbour Bridge, ein Didgeridoo spielend, oder ziemlich heruntergekommen und betrunken. Viele sind auch in Gefängnissen. Alkohol ist ein großes Problem.
Heute leben etwa 380.000 Aboriginies in Australien, davon zählen nur 50.000 zu den "full blood Aborigines". Die Arbeitslosigkeit liegt bei 38 %, und 14 % aller Gefägnisinsassen sind Aboriginies (dabei machen die Aboriginies gerade 2,1% der Gesamtbevölkerung aus).
Kurz zur Geschichte der Aboriginies:
Australien wurde wahrscheinlich vor 40.000 bis 60.000 Jahren durch die Aboriginies besiedelt. Es wird vermutet, dass die Besiedlung Australiens von Indonesien aus begonnen hat. Aufgrund eines niedrigen Meeresspiegels hatten Australien und die asiatischen Inseln eine höhere Ausdehnung. Die geringste Entfernung zwischen Australien und Indonesien betrug damals 90 km.
Wie viele Aboriginie - Stämme es zur Zeit der Besiedlung durch die Europäer gab, ist nicht bekannt. Man geht jedoch von 250 verschiedenen Sprachen und 700 Dialekten aus. Heute werden davon nur noch 30 Sprachen gesprochen.
Bei der Besiedlung wurde Australien als Terra Nullius (Niemandsland) gesehen. 1836 wurde den nomadisierenden Aboriginies die Fähigkeit zur organisierten Landnutzung abgesprochen und die Landrechte der Ureinwohner für nichtig erklärt. Aboriginies wurden als zum Aussterben verurteilte Rasse primitiver Nomaden gesehen. Die Ureinwohner wurden aus ihren Siedlungsgebieten vertrieben. Die Europäer gingen teilweise mit äußerster Härte vor. Aboriginies wurden gejagt, vergiftet und erschossen. Die Kinder wurden ihren Müttern weggenommen und in Heime gesteckt, um sie umzuerziehen und zu guten Christen zu machen.
Erst 1961 erhielten die Aboriginies das Wahlrecht.
In den letzten Jahren hat sich einiges geändert: Die Ureinwohner Australiens werden von der restlichen Bevölkerung geschätzt. Die Regierung gibt den Aboriginies Land oder - sofern dies nicht möglich ist, weil das Land bewohnt ist - Geld. Während der olympischen Spiele 2000 hat sich die Australische Regierung mehr oder weniger bei den Aboriginies für ihre früheren Vergehen entschuldigt.
Jedoch trügt dieses schöne Bild ein wenig. Viele der Australier, die ich kennengelernt habe, besitzen Aboriginie - Gemälde, dennoch beklagt man das Fehlen einer alten Kultur (wie der europäischen mit Schlössern und Burgen). Nun gut, das Interesse an Märchenschlössern ist verständlich.
Während die städtische Bevölkerung eher für Versöhnungsmassnahmen plädiert, sind die Menschen auf dem Land oft noch voller Vorurteile.
Schlimmer noch ist das ambivalente Verhalten der Regierung. In einer Tageszeitung las ich, das die Regierung den Aboriginies Land zugesprochen hat, welches vorher für Atomtests mißbraucht wurde. Erst 1999 wurde ein Vorwort zur Verfassung, dass u. a. die Aboriginies als erstes Volk Australien anerkennen sollte, abgelehnt.
Die Aboriginies sind und waren nie das primitive Volk, für das die europäischen Siedler sie hielten. Ihre Sprachen beinhalteten eine hochentwickelte Grammatik, und die Kultur der Aboriginies war stark ausgeprägt. Die Denkweise der Aboriginies unterscheidet sich aber grundlegend von der der Weissen.
Da ich nicht aus eigener Erfahrung berichten kann, zitiere ich von www.australien-info.de:
„Die Traumzeit ist den Aboriginies sehr wichtig. Sie ist die Zeit der Entstehung aller Dinge. Ihrer wird in vielen Ritualen gedacht, um sie mit der Energie der Ahnen zu versehen, damit die Traumzeit weitergeführt werden kann.
Im Gegensatz zu anderen Völkern und Rassen bewirtschafteten die Aboriginies das Land nicht, sondern lebten vom kontrolliertem Verbrennen des Landes, das sogenannte fire-stick farming. Sie haben keinen Sinn für Landeigentum entwickelt, auch wenn die Kinder der Ureinwohner frühzeitig lernen, daß sie zum Land gehören und die Stammesgrenzen respektieren müssen. Die Stämme kehrten zu bestimmten Stätten zurück, um Tote zu begraben. Einige Gebiete wurden aufgrund ihrer Verbindung mit der Traumzeit zu heiligen Stätten erklärt.
Hierarchien waren unbekannt. Entscheidungen wurden im Kollektiv getroffen. Die Stammesältesten hatten zwar eine gewisse Autorität, die sich aber meist auf die Übermittlung traditioneller Gesetzesüberlieferung begrenzte.
Nach ihrem Glauben sehen sich Aborigines als integrierten Teil ihrer natürlichen Umgebung sahen. Sie befolg(t)en strikte Verhaltensregeln im Umgang mit der Natur. Diese Haltung ist Neuerungen gegenüber sehr zurückhaltend. Termine zu vereinbaren und einzuhalten ist dabei ebenfalls unwichtig. Die ersten Europäer empfanden folglich die Kultur als archaisch und fremd - vergleichbar mit den steinzeitlich lebenden Papua auf Neuguinea.
Die Schriftform war unbekannt. Bildende und darstellende Kunst waren wichtige Ausdrucksmittel - um mündlichen Aussagen Nachdruck zu geben und zur Erinnerung an die Stammesgeschichten und religiöse Traditionen. Gemalt wurde auf Felsen, Höhlenwände und auf Baumrinde - vorwiegend in Erdfarben. Typisches Merkmal ist die nahezu ausschließliche Reduktion auf Punkte und Striche, quasi eine Rastertechnik - früher Pointillismus.“
Nähere Infos sind zur Zeit in Arbeit. Rufen Sie uns doch an!
